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Wissen

Was man über Leder wissen sollte, bevor man es kauft.

Antworten auf die Fragen, die wir am häufigsten hören – kurz, ohne Fachchinesisch, mit den Zahlen, die man wirklich braucht. Alles Weitere am Telefon.

01

Nappa, Velours, Nubuk – was ist der Unterschied?

Alle drei können von derselben Haut stammen. Nappa zeigt die Narbenseite glatt. Velours ist auf der Fleischseite geschliffen – samtig, offenporig, empfindlicher. Nubuk ist auf der Narbenseite fein angeschliffen: feiner als Velours, edler im Griff, ebenfalls fleckempfindlich. Für Kleidung meist Nappa oder Velours; für Möbel Nappa oder Nubuk mit Schutz.

02

Anilin, semianilin, pigmentiert – was bedeutet das für mein Produkt?

Anilin ist durchgefärbt und offenporig: schönste Haptik, jede Narbe sichtbar, kaum Schutz – altert mit Patina. Semianilin trägt eine dünne Deckschicht: natürlicher Look, etwas Schutz. Pigmentiert ist deckend lackiert: gleichmäßig, robust, pflegeleicht – weniger Natur. Faustregel: je öffentlicher und beanspruchter der Einsatz, desto mehr Pigment.

03

Welche Lederstärke brauche ich?

Als Richtwert: 0,4–0,6 mm für Futter und Handschuhe, 0,6–0,8 mm für Bekleidung, 0,9–1,2 mm für Taschen, Polster und Fahrzeugsitze, 1,3–1,8 mm für Möbel, Gürtel und schwere Taschen. Dünner heißt weicher und besser nähbar, dicker heißt mehr Stand und Haltbarkeit. Die Nähmaschine und die Kantenverarbeitung entscheiden mit.

04

Wie viel Leder brauche ich – und warum reicht die Schnittfläche nicht?

Leder wird nach Fläche der Haut verkauft, in Quadratmetern oder Quadratfuß (1 m² ≈ 10,76 sqft). Häute sind unregelmäßig, haben Ränder, Narben und Fehlstellen – rechnen Sie je nach Schnittteilen 20 bis 40 Prozent Verschnitt auf die reine Schnittfläche. Lammfelle liegen bei 0,5–0,8 m², Rindhälften bei 2–2,8 m². Für große Teile braucht es große Häute, nicht viele kleine.

05

Chromgerbung, vegetabile Gerbung, chromfrei – was ist richtig?

Chromgegerbtes Leder ist weich, farbstabil, wasserbeständig und macht den Großteil aller Bekleidungs- und Polsterleder aus. Vegetabil gegerbtes Leder ist fester, lässt sich punzieren, formen und an der Kante polieren – und dunkelt mit der Zeit schön nach. Chromfrei (FOC) gegerbte Leder liegen dazwischen und werden für Kinderartikel, Automotive und bestimmte Zertifizierungen verlangt. Die Frage ist nie „besser", sondern „wofür".

06

Wann ist Kunstleder die bessere Wahl?

Wenn Flächen groß und gleichmäßig sein müssen, wenn aggressiv gereinigt wird, wenn Nässe im Spiel ist, wenn das Budget eng ist oder eine Kollektion vegan sein soll. Kunstleder kommt von der Rolle, ohne Fehlstellen und Verschnittrisiko. Es atmet nicht, bekommt keine Patina und altert anders. Beides hat seinen Platz – wir empfehlen das, was zum Einsatz passt, nicht das, was teurer ist.

07

Gibt es eine Mindestmenge? Wie schnell geht es?

Ab Lager verkaufen wir ab einer Haut, Restposten auch als Einzelstücke im Showroom. Lagerware geht kurzfristig raus. Für Sourcing – bestimmte Artikel, Farben, größere Mengen – nennen wir vorab Lieferzeit und Preis; Produktion in der Gerberei dauert je nach Artikel einige Wochen.

08

Wie bleibt Leder lange schön?

Weniger ist mehr: Staub trocken abnehmen, Flecken sofort tupfen statt reiben, keine Haushaltsreiniger. Glattleder gelegentlich mit einem passenden Pflegemittel nähren, Velours und Nubuk nur bürsten und imprägnieren. Direkte Sonne und Heizkörper trocknen jedes Leder aus. Wer unsicher ist, testet an einer verdeckten Stelle – oder fragt uns.

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